KUNSTRADIO


"Zeit-Radio-Zeit"

Teil 2: "Der Künstler liefert"


Teil 1: "Der Künstler liefert sich aus"
von Ernst M. Binder und Josef Klammer
Eine Einführung von Helga Konrad

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Dauer: 42'18"

A CASSETTE OF THIS PROGRAM CAN BE ORDERED FROM THE "ORF TONBANDDIENST"
Im Jahre 1989 stand das sehr vielseitige interdisziplinäre Programm der Steirischen Kulturinitiative, die sich auch mit der Realisation im öffentlichen Raum der elektronischen Medien beschäftigt, unter dem Arbeitstitel "Zeit". Zu diesem Jahresprogramm gehörte 1989 erstmals ein Radiokunst-Projekt. 10 Monate lang wurden jeden letzten Mittwoch im Monat im Landesstudio Steiermark 45 Mintuen lang Radiokunst-Produktionen von Literaten, Bildenden Künstlern und Musikern gesendet.

Unter dem Titel "Zeit Radio Zeit"gestalteten Ernst M. Binder und Josef Klammer eine Radio-Dokumentation.

Unter dem Motto "Der Künstler liefert" wurden dabei im zweiten Teil alle jenen Werke zusammengefaßt, die von den Künstlern produziert und später als vorgefertigte Bändern abgespielt wurden.

Folgende Beiträge wurden im 2. Teil der Radiodokumentation gesendet:

"Herrliche Fernsicht" von Rudi Widerhofer
"Preßlufthämmer, Vogelgezwitscher, Marktfrauen, Straßenbahnen: Die Welt ist ein Teig von Sinneseindrücken. Sie wahrzunehmen ist der Versuch, einzelne Bestandteile zu unterscheiden und einzuordnen. Aus neuen Verknüpfungen entstehen neue Erklärungen, Deutungen, Zugänge zur Welt. Je stiller die Welt wird, desto mehr mischen sich Wahrnehmungen mit Erinnerungen bis das Geräusch des Atmens aussetzt. Die Welt schweigt - die Gedanken verwandeln sich in Träume - eine herrliche Fernsicht!."
(gesendet am 24. 5. 1989 um 22.15 Uhr auf Ö-Regional: Originallänge: 38' 56")
"Museum - eine Litanei" von Peter Gerwin Hoffmann
"Museum - eine Litanei" ist der Versuch einer Provokation in Zusammenhang mit der Planungs-Odysee des neuen Grazer Kunst-Museums. Peter Gerwin Hoffmann beschäftigt sich in seinem Beitrag mit den Funktionen des Museums, den damit verbunden Handlungen, Ideen und Aufgaben.
(gesendet am 28. 6. 1989 um 22.15 Uhr auf Ö-Regional: Originallänge: 25' 16")
"Rekord" - Töne von GRAM
GRAM ist eine 1986 formierte 4 köpfige Künstlergruppe (Günther Holler-Schuster, Ronald Walter, Armin Ranner, Martin Beer), die sich selbst als "Bildende Künstler auf Tonsuche" bezeichnet.
(gesendet am 28. 6. 1989 um 22.15 Uhr auf Ö-Regional: Originallänge: 20' 05")
"Lachen der Hyänen" von Susanna Feferle und Emil Siemeister
(gesendet am 28. 6. 1989 um 22.15 Uhr auf Ö-Regional: Originallänge: 39' 54")
"Radiotunnel Nr.1" - eine akustische Arbeit von Wolfgang Temmel
Wolfgang Temmels Collageverfahren ist so strukturiert, daß er am 11. 9. 1989 die Minute von 22.15 bis 22.16 Uhr aufnahm, am 12. 9. jene Minute von 22.16 bis 22.17 Uhr und so fort und diese Minuten schließlich zu einem Ganzen zusammenfügte. Die 45. Minute kam live aus dem Landesstudio Steiermark in Graz und bildetet zugleich die Uraufführung des Hörstücks von Wolfgang Temmel. "Was ist das Leben denn sonst, als ein Wechselspiel von Zufälligkeiten und Absichten?" (Wolfgang Temmel)
(gesendet am 28. 6. 1989 um 22.15 Uhr auf Ö-Regional: Originallänge: 45')
"Niemandsland" ist eine akustische Zeitreise in geographische Gebiete des Umbruchs (z. B. Kriegsgegebiete in Jugoslawien) und in die Grenzgebiete zwischen Radio und Emotion innerhalb des menschlichen Körpers. (gesendet am 28. 6. 1989 um 22.15 Uhr auf Ö-Regional Originallänge: 19' 59")
"radiophonie for time-based radio-waves" Radiowellen verschiedener Sendestationen werden empfangen und allmählich gegenseitig moduliert. Die Genese der so komponierten Klänge entspricht im Prinzip der Klangerzeugung eines FM-Synthesizers mit dem einen Unterschied, das die Ausgangswellen für die Klangsynthese nicht künstlich erzeugte Sinuswellen sind, sondern dem Äther entnommene Sendesignale unterschiedlicher Komplexität. Aus dem Landesstudio Steiermark wird dieses Konglomerat verschiedener Radiowellen als eine Art "Weltmusik" dem Sendenetz rückgeführt. Als eine Art Zeitstruktur dient die Signation des Senders Ö-Reginal, die im Hintergrund ständig wiederholt und so zur rhythmischen Struktur wird.
"Geprägte Endlichkeit" von Eva Schmeiser
"Der Kampf um ein anderes Leben ist Stoff dieser Geschichte. Dieses Abenteuer der Lebensbewältigung resultiert aus der Erkenntnis, den Geboten bestehender Autorität nicht blind gehorchen zu müssen. Wenn es uns physisch möglich ist, unsere Verantwortung zu wählen, dann liegt die Verantwortung bei uns." (gesendet am 28. 6. 1989 um 22.15 Uhr auf Ö-Regional Originallänge: 29 Minuten 12')
"Pausenzeichen" von Tim Ulrichs
Tim Ulrichs sammelte die kürzelhaften Melodien und Pausenzeichen von Rundfunkanstalten. Aus den Zwischenstücken, Pausenfüllern und Bindegliedern formulierte Ulrichs eine künstlerische "Hauptsache".



1990 CALENDAR 1