KUNSTRADIO


"Eine Violine für Valentin"


Ein Hörspiel in Concert LIVE im Studio 3 des Wiener Funkhauses.
von
Jon Rose.


Mit: Rudi Widerhofer, Frank Schulte, Lauren Newton, Peter Hollinger, Conny Bauer und Uli Gumpert.

Texte: Jon Rose in Zusammenarbeit mit Konstanze Binder & Bernhard Jugel.

Musik: Jon Rose
(unter Verwendung von Melodien aus der Zeit Karl Valentins).

Produktion: Bayrischer Rundfunk/ORF-KUNSTRADIO.


Das Stück ist auch als CD erhältlich.



PLAY

A CASSETTE OF THIS PROGRAM CAN BE ORDERED FROM THE "ORF TONBANDDIENST"
Die ORF-KUNSTRADIO-Fassung von "Eine Violine für Valentin" ist die teilweise frei improvisierte Wiener Adaption einer Auftragsproduktion des Bayrischen Rundfunks.

Das Abbild Karl Valentins als "Geiger", eine Trompete unters Kinn geklemmt, inspirierte Valentin-Fan Jon Rose zur Idee und zur Realisierung des Stückes "Eine Violine für Valentin". Die Aufmerksamkeit des Publikums wird erst einmal auf einen Nagel gelenkt: "An diesen Nagel hängte Karl Valentin seinen Beruf und wurde Geiger".

Die Texte, verfaßt von Jon Rose und übersetzt von Bernhard Jugel, beziehen sich inhaltlich und formal zwar auf einige bekannte Couplets Valentins, wurden aber - so Jugel - von Jon Rose mit Ausnahme einiger weniger Strophen frei gestaltet. Der "Monolog mit Hüten" etwa basiert auf dem unvergleichbaren Dialog im Plattenladen zwischen dem Kunden K.Valentin und der Verkäuferin, Karl Valentins kongenialer Partnerin Liesl Karlstadt.

Karl Valentins "Unpolitische Käsrede" wiederum war Schema und Vorlage für die "Geigenrede", wobei die zweite Hälfte des Textes aufgrund zunehmender Verfremdung vom Original schließlich stark abweicht. Lediglich ein Text, nämlich "Die Deutsche Laugenbretzel" verfaßt von Liesl Karlstadt, wurde unverändert übernommen. Um die imaginäre Figur des "Geigers" Valentin akustisch und sprachlich/ idiomatisch authentisch erscheinen zu lassen, hat sich Jon Rose viel Zeit dazu genommen, sich in Karl Valentins Sprachgepflogenheiten einzuhören. Mit Hilfe des Münchner übersetzers und Ko-Autors Bernhard Jugel ist es ihm dabei gelungen, sich Valentins Spracheigenheiten, seiner Vorlieben für bestimmte Ausdrücke, für einen bestimmten sprachlichen Rhythmus, soweit zu ermächtigen, daß er beim Zuhörer den Eindruck erwecken könnte, es handle sich bei seinem Hörstück "Eine Violine für Valentin" um bislang unveröffentlichte Texte des bayrischen Komikers.

Anspielungen und Hinweise auf bestimmte biographische Fakten und Ereignisse im Leben Valentins sind etwa in der Szene "Warten auf den Tod" enthalten, in der von einer Begegnung mit Hitler die Rede ist, die - wenn auch von Jon Rose nach eigener Idee nachgezeichnet -tatsächlich stattgefunden haben soll.

Soundsamples, Instrumentalimprovisationen und Gesang von Jon Rose, bzw. dem Valentin Quartett, begleiten die Präsentation der Texte.

"Instrumente", die für den Konzertgebrauch eher unüblich sind, harmonisieren mit dem musikalischen und literarischen Geschehen: Nägel werden in verschiedene Holzstücke gehämmert, zusätzliche Klangeffekte werden durch eine Dose und einen Eimer mit Nägeln erzeugt.

Lieder und Melodien aus der Zeit Valentins tragen zusätzlich dazu bei, der Raum-Zeit-Atmosphäre, in der der Protagonist, der Geiger Valentin, agiert, den Anstrich von "Echtheit" zu geben: "Für ein bißchen Liebe, für ein bißchen Sekt, für ein rotes Mündchen, das nach Liebe schmeckt", singt Lauren Newton. "Die Deutsche Laugenbretzel" wird mit einem militärisch klingenden Tango (basierend auf dem Lied "Oh Donna Clara") eingeleitet und in Form eines Sprechgesangs fragt Rudi Widerhofer Dandy-gleich: "Warum bin ich hinter schönen blauen Augen her?"



1994 CALENDAR 2