SONNTAG, 1. Mai 2005, 23:05. - 23:45, Ö1

KUNSTRADIO - RADIOKUNST





across

von o.blaat aka Keiko Uenishi

Technik: Rainer Kaiser und Anton Reininger

PLAY

http://stream.sil.at:7562/content/2005A/01_05_05.mp3

A CASSETTE OF THIS PROGRAM CAN BE ORDERED FROM THE "ORF TONBANDDIENST"


[ English Version ]

Wenn Frau einen spielerischen Zugang zur Kunst wählt, dann wird diese wieder Arbeit. Radio ist für die aus Japan stammende und in New York lebende Soundkünstlerin Keiko Uenishi purer Sound. Einen dieser puren Sounds stellt für Keiko Uenishi aka o.blaat die Rückkoppelung dar, die sie für Ihr Radiokunststück „across“ heranzog.

Ein kindlicher Zugang kann oft wichtig sein um im so genannten „Trial und Error-Verfahren“ Dinge für sich zu entdecken. Keiko wurde vom portugiesischen Electronic-Label Cronica http://cronicaelectronica.org eingeladen ein 2minütiges Stück zum Thema Radio zu produzieren. Für sie ist ein wichtiges Werkzeug für die Erstellung von Sound der Laptop. Die Auseinandersetzung mit dem großen Thema Radio bedeutet oftmals im Konzeptionsprozess das „Begreifen“ also Anfassen eines eben solchen. Und das tat Keiko dann auch und es stellte sich heraus, dass mit einem leise gestellten, also gemuted tragbaren Radio und einem gleichzeitigen Drehen am Sendersucher eine Rückkoppelung am Lautsprecher des Laptops zu hören ist. Auch die Darstellung auf dem Monitor beeinflusst diesen Sound. Alles Sendet, alles Strahlt. Und das wird Hörbar gemacht – also unsere Sinne werden durch Technologie erweitert und ganze Universen gehen auf. Der wissenschaftliche Hintergrund ist oft gar nicht oder erst später wichtig bei einfachen Dingen: Die Ätherwellenkommunikation zwischen 2 Geräten aus dem Alltag: Laptop und Transistorradio in Form von Rückkopplungen basierend auf der FM Trägerfrequenz und deren wissenschaftliche Hintergründe sind zwar erforscht, doch für den Sinngenuss nicht unmittelbar wesentlich.

Um die Kommunikation zwischen tragbarer Büromaschine Laptop und tragbaren Radio nicht zu stören, nahm Keiko für ihr Stück eine Gerätschaft aus dem Raumschiff Enterprise mit. Ein auf Touchscreen basierendes Wunderteil, mit den Fingern gesteuert. Dieses Gerät heißt LEMUR: LEMUR multi-sensitive OSC - based touchpad controller: http://jazzmutant.com

Across setzt sich mit der Kommunikation über Distanzen auseinander und untersucht eine der ursprünglichen Verwendungen des Radios.

Frau Uenishi ist auch sonst nicht untätig: So ist sie Teil der offenen Community SHARE. Es geht, wie der Titel sagt um Teilen und Tauschen im digitalen Zeitalter und eine Art von alternativer Ökonomie. Jeden Sonntag treffen sich eine wachsende Personenzahl an unterschiedlichen Plätzen in New York um Sounds, Bits und Bytes zu teilen und auch Bilder zu generieren. Dabei wird diskutiert über Open Source, Copyleft, Linux usw. was auf den politischen Zugang vieler der SHARE - People zurückzuführen ist. Klassische Hackermentalität? Ausgehend von der Idee dem gemeinsamen Musizieren einen Ort zu geben, nachdem der DJ sämtliche musikalische Untermahlung übernnommen hatte. Nach der lange anhaltenden DJ Debatte – der DJ, der dann schliesslich ausgetauscht wurde durch u.a. MP3-Player, entstand share und hat keine Einschränkung hinsichtlich Alter, Herkunft oder Sprache – sondern es geht wieder um den sozialen Prozess des „gemeinsames Musizieren“. Einzige Regel, die MusikerInnen müssen Ihre Gerätschaften selbst mitbringen.


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