SONNTAG, 13. Jänner 2002, 23:00 - 24:00, Ö1

KUNSTRADIO - RADIOKUNST


"Remixed Cities/Cities Remixed"

Radioversion by/von Christof Cargnelli/Peter Szely




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Dauer: 51'31"
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[DEUTSCH]

Starting point for the two-part radio piece is our dealing with the acous(ma)tic basis and manifestations of a city. It takes this as source material for an intertwined structure that links, coordinates and tunes different sound situations of different cities of the world.

These recordings of situations and events, of acoustic synapses of urban centres that we recorded on our journey through different cities with varying microphones were processed with the computer. Diverse segments of a shared space are connected to a new whole that, being transmitted on air a virtual space takes on a new meaning, a short-term new body. Subjective extracts taken from the permanent flux of (audio) information are linked partly controlled by chance and then released back into the flow.

For the first broadcast we worked with the material of preceding installations. Through selecting and processing and the fact, that sounds behave different in different spaces (architecture, temperature, surface of a specific place determine the expansion and reflection of the sound, a.o.) the composition builds a sort of etheric communication level between the single elements of the radio piece. The recordings of the different cities and their acous(ma)tic situations are connected. Detached from their original surrounding, they still carry specific informations of the space, as well as the moods of the people at the time of recording. The composition connects and condenses these elements by computer generated sound processes, and thus forms a new, virtual sound-city.

The second part, broadcast on April 28th 2002, develops from a work with the same title, a sound installation for the ZDB in Lisbon, that is combined with the virtual sound-city-composition and integrates it in real space. The resulting recordings generate the second part of the radio version: an interplay of these various ways of perception of sound spaces.

The two pieces should be understood also as an experiment of a sound architectural intervention that could exist in different spaces as linked sound network and thus as a circuit diagram of a space interface.

Text by Christof Cargnelli/Peter Szely


circuit diagram of the space interface


Den Ausgangspunkt für das 2-teilige Radiostück bildet unsere Beschäftigung mit den akus(ma)tischen Grundlagen und Manifestationen einer Stadt, und nimmt diese als Ausgangsmaterial einer in sich verwobenen Struktur, welche die Aufnahmen unterschiedlicher Klangsituationen unterschiedlicher Städte der Welt zueinanderführt, (aufeinander ab)stimmt, tuned.

Diese Aufnahmen von Situationen und Ereignissen, von akustischen Synapsen urbaner Zentren, die wir während unserer Reisen an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Mikrofonen aufgenommen haben, um sie am Computer weiterzubearbeiten, fügen heterogene Raumsegmente eines gemeinsamen Raums, zuerst einer Stadt, in weiterer Folge unterschiedlicher, als Informationsträger fungierender Städte, zu einem neuen Ganzen zusammen, welches durch die 'Aussendung' im Äther, einem übergestülpten, virtuellen Raum, in einen neuen Kontext gestellt, kurzfristig einen neuen Körper, eine neue Bedeutung annimmt.

Es handelt sich um subjektive Ausschnitte, die diesem permanenten Fluss an (Audio-)Informationen entnommen werden, teilweise durch das Zufallsprinzip gesteuert neu zusammengesetzt, und dann wieder entlassen, in den Fluss zurückgespeist werden.

In der ersten Sendung am 13. Jänner 2002 haben wir mit bereits bestehendem Klangmaterial vorangegangener Installationen gearbeitet. Durch die kompositorische Verdichtung des Materials entsteht aus unterschiedlichen Aufnahmen urbaner akus(ma)tischer Informationen und der Tatsache, dass Klänge sich in unterschiedlichen Räumen unterschiedlich verhalten (Architektur, Temperatur, Oberfläche eines Ortes bestimmen die Ausdehnung und Reflexion des Klanges, die Periode der Brechung etc.) eine Art 'ätherischer' Kommunikationsebene zwischen den einzelnen Elementen des Radiostücks.

Die Aufnahmen der verschiedenen Städte und ihrer akus(ma)tischen Situationen treten in Verbindung zueinander. Auch aus ihrer ursprünglichen Umgebung herausgelöst, sind ihnen noch immer die spezifischen Informationen des Ortes und seiner Umgebung, sowie die Stimmungen der Menschen, die zum jeweiligen Zeitpunkt der Aufnahme Teil der urbanen Partitur waren, immanent. Die Komposition führt nun diese Elemente zusammen und verdichtet, mit Hilfe der computergenerierten Klangbearbeitung, diese zu einer neuen Klangstadtkomposition, welche die Informationen der einzelnen Elemente in sich vereint und ein neues virtuelles Klangstadtbild generiert.

Der zweite Teil der Arbeit, die Sendung am 28. April 2002, entwickelt sich aus einer Arbeit gleichnamigen Titels, einer nochmals komprimierten, als temporären Hörstation realisierten Klanginstallation im ZDB in Lissabon, die sich nun mit der virtuellen Klangstadtkomposition verbindet und sie einem realen Raum einfügt.

Aus den daraus resultierenden Aufnahmen wird der zweite Teil der Radioversion generiert. Er ist ein Wechselspiel dieser verschiedenen Wahrnehmungsarten von Klangräumen.

Die beiden Stücke sind auch als Versuchsanordnung einer klangarchitektonischen Intervention zu lesen, die es an unterschiedlichen Orten, als miteinander verbundenes Klangnetzwerk, geben könnte, und sind somit auch als Schaltplan eines Raum-Interfaces zu verstehen.

Text von Christof Cargnelli/Peter Szely



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