SONNTAG, 5. März 2000, 23:00. - 24:00, Ö1

KUNSTRADIO - RADIOKUNST



I

Virtuelle Stadt Wiencouver

ein

II

Aetherrauschen

Ein Projekt von: RADIO FRO
/ Festival der Regionen 99
Mixes: Elisabeth Schimana und Markus Seidl


A CASSETTE OF THIS PROGRAM CAN BE ORDERED FROM THE "ORF TONBANDDIENST"

I

Virtuelle Stadt Wiencouver

Gerald Dittrich
Bananen Bananen 6':22"
Alice Elstner Wiencouver 99 4':41"
Michael Inzinger ohne titel 6':40"
Barbara Kasper RAUSCHEN 4':33"

Die vier KünstlerInnen Gerald Dittrich, Alice Elstner, Michael Inzinger und Barbara Kasper unternehmen akustische Spaziergänge durch die virtuelle Stadt Wiencouver. Die Vancouver Sounds stammen aus der Vancouver Soundscape von 1973 (Murray Schafer), das askustische Wien besteht aus Eigenaufnahmen von 1999. Der Stephansdom liegt am Meer und ein rauschender Gulli führt uns in die Unterwelt des Wiencouverischen U-Bahnsystems. Bananen. Bananen.

Gerald Dittrich: Bananen Bananen

Wien: Hauptstadt und Bundesland (414 km) von Österreich, an der Donau, am Nordöstlichen Rand des Wienerwaldes. 1,48 Mio. Einwohner. Stefansdom, Augustinerkirche, Michaelakirche.
Vancouver: Südwestkanadische Stadt am Pazifik, 1,6 Mio Einwohner. Einer der wichtigsten Häfen des Landes. Wirtschaftliches Zentrum. Erzbischofssitz, Universität (gegründet 1908).

Der Beitrag besteht aus 4 Sequenzen. In jeder Sequenz sind zu hören: Ein Originalgeräusch aus Vancouver (auf dem linken Kanal) und ein ihm äquivalentes Originalgeräusch aus Wien (auf dem rechten Kanal). Die je 4 Originalgeräusche beschreiben in ihrer Abfolge den Weg von der Natur (Meer) zum Menschen (Stadt). Die 4 Vancouver-/Wien-Geräusche: Ozeanwellen/Trinkbrunnen, Schiffshörner/Busansage, Güterzug/U-Bahn, Kindergeschrei und Erwachsenengesang/Marktverkäufer. Getrennt werden die 4 Sequenzen jeweils durch die Stimmen von 2 SprecherInnen, die gleichzeitig lesen: die lexikalische Beschreibung (siehe oben) von Vancouver (gelesen von Elisabeth Schimana) bzw. Von Wien (gelesen von Gerald Dittrich). Die Vancouver Originalgeräusche stammen aus den CDs "Vancouver Soundscape 1973" und Soundscape Vancouver 1996" (beide: Cambridge Street Records CSR - 2CD 9701). Im speziellen: Ozeanwellen (1973, track 1), Schiffshörner (1973, track 5), Güterzug (1996, track 4), Kindergeschrei und Erwachsenengesang (1973, track 7). Die Wien Geräusche wurden im Mai/Juni 1999 von Gerald Dittrich aufgenommen. Im speziellen: Trinkbrunnen (im Rathauspark), Busansage (Bus 13A), U-Bahn-Tunnel Schottenring), Marktverkäufer (Naschmarkt).

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Alice Elstner: Wiencouver 99

Wie mag es aussehen dieses Wiencouver? Liegt es auf dem Kontinent Eumerika? Nehmen wir an, es läge dort oder in unserer Phantasie. Was gäbe es aus dem Alltag dieser Stadt zu berichten? Wären es nicht Dinge, die sich in allen anderen großen Städten dieser Welt so ähnlich abspielen? "Wiencouver 99" ist ein Spaziergang durch diese Stadt. Jugendliche Skater tragen kleine Meisterschaften in der Halfpipe im Prater aus, der direkt am Ozean liegt. Ein rauschender Gulli führt uns in die Unterwelt, inswiencouversche U-Bahnsystem. Die eindringliche, strenge Stimme vor Abfahrt des Zuges ist beim ersten Hören keiner Sprache zuzuordnen, kann aber nur eines bedeuten. Und dann geht es mit Getöse in den Stephansdom. Die Messe ist beendet. Amen. Open your mind: Squamisch wird Fremdsprache Nummer eins.

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Michael Inzinger: ohne titel

meine überlegung bei diesem stück war eine nicht fest definierte herkunft des materials. tatsächlich wird es der rezepient nicht mehr ausmachen können woher das material tatsächlich stammt, wobei einzelne passagen sicherlich bestimmte assoziationen hervorrufen. es sollte somit eine übergreifende, aber nicht fest definierte, soundscape darstellen, welche sowohl wien als auch vancouver in einem verschmolzen, als interkulturelle heterogenität darstellt.
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Barbara Kasper: RAUSCHEN

ich behandle in meiner arbeit klang- & geräuschentwicklungen im öffentlichen raum - im folgenden stück verwende ich straßengeräusche der wiener innenstadt, die ich - horizontal gedacht - von einem standpunkt aus dokumentiere - diesen allerdings vertikal ausdehne - ausgehend von ebenerdigen & also bodenaufnahmen am wiener stephansplatz nutze ich in folge den 137m hohen südturm (das wahrzeichen der stadt) um eine sukzessive vertikale positionsveränderung mit bewußt gesetzten positionsveränderungspausen, ohne dabei meine aufnahmetätigkeit zu unterbrechen, vorzunehmen. die sich durch meine standorterhöhung quasi "selbsttransformierende" & als solche "gleichbleibende" geräuschqualität wird mit zunehmender standorterhöhung dünner ohne ihre eigentliche sie konstituierende klangqualität zu verlieren - vielmehr vollzieht sich ein "in die ferne treten" - in jene ferne, die den noch virtuell realen ausgangspunkt der komposition markieren wird: das rauschen des die stadt vancouver begrenzenden meeres - ebenfalls eine in ihrer selbsttransformation gleichbleibende geräuschqualität, in die ich die elemente des wiener rauschens gegenüberstellend integrieren werde
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II

Aetherrauschen

Ein Projekt von: RADIO FRO / Festival der Regionen 99
Mixes: Elisabeth Schimana und Markus Seidl



PLAY
1:12:42


"....and when modern radio begins to buckle, we will be ready to change the pulse of the western world...natural rhythms could help put mental and physical well-being back in our blood" (Murray Schafer; Radical Radio, 1987)

Eine Utopie. Ein Radio im Fluß - unvorherHÖRbar - ein Mix aus den klanglichen Phänomenen der vorhandenen Quellsignale.
Ein Telekommunikationsnetzwerk - täglich über zehn Tage hinweg eine Vielzahl an verschiedenen techniken und Wegen der Übertragung von den Outposts.
Eine Realität. Ein Eventradio - getaktet - der Festivalzeit untergeordnet. Letzlich ein daraus folgender Hybrid in akustischen Tagesfarben. Ein Fest der Töne, der Sprache und Athmosphären; eine Kommunikationsskulptur, die das Festival der Regionen nicht nur im physischen Raum, sondern auch im Äther erlebbar machte.


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