17. Juni 1999, 22.15. - 22.55, Ö1

KUNSTRADIO - RADIOKUNST



LIFEstations

Eine topographische Klanglandschaft
von
Andrea Sodomka & Martin Breindl


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Ausgangspunkt von LIFEstations, das KUNSTRADIO als Teil seiner Soundscape-Serie präsentiert, ist die gleichnamige Klanginstallation, die im Juli 1995 in der REMISE in Wien zu sehen und zu hören war. Thema dieser Klanginstallation, ein topographisches Projekt von Eva Rotter, war die Klanglandschaft der Wiener Leopoldstadt. Die beiden Autoren A. Sodomka und M. Breindl haben LIFEstations als Raum inszeniert, als topographische Soundscape des 2. Bezirks und präsentieren diese nun auch in ihrer radiophonen Fassung.

So wie auch eine Stadt nicht nur von ihrem äußeren Erscheinungsbild geprägt wird, sondern vor allem auch durch die (Lebens-)Geschichten der Menschen, die in ihr leben, wird auch das Soundscape-Projekt LIFEstations von den Geschichten und Schicksalen mitbestimmt. Was daraus entstand, nennen Sodomka und Breindl eine "emotionale Landkarte eines bestimmtes Ortes". Das Material dafür stammt von zehn Frauen und Männern unterschiedlichster Nationalitäten, Altersgruppen und Berufe, die in der Leopoldstadt leben oder früher dort gewohnt haben: ihre Geschichten und Assoziationen aus ihrer Vergangenheit oder ihrem heutigen Leben wurden mittels "oral-history"-Methode erfaßt.

Lokalspezifische akustische Elemente wie das Geräusch von Pferderennen aus der Krieau, von Hochschaubahnen im Prater oder vom geschäftigen Treiben am Karmelitermarkt und auf der Praterstraße und vieles mehr bilden dabei eine Collage aus Alltagsgeräuschen, die für die Realisation der Klanginstallation verwendet und über eine komplexe Beschallungsanlage in der Remise eingespielt wurde. 10 kleine Lautsprecher in der endlos scheinenden Halle der Remise bildeten die LIFEstation, wobei jeder von ihnen einer der interviewten 10 Personen zugeordnet wurde. Die Lautsprecher wurden von Bewegungssensoren gesteuert, so daß sie beim Näherkommen von Besuchern aktiviert wurden.

In der radiophonen Umsetzung der topographische Klanglandschaft LIFEstations wird der Raum der Installation wieder mit dem ihm umgebenden Stadtraum in Verbindung gebracht. Aufnahmen in der Remise werden dem Originalmaterial gegenübergestellt, die Geschichten von einzelnen Menschen vermischen sich zu einer Vielfalt von Stimmen, die schließlich ineinander übergehen und in der sich allmählich entwickelnden Klanglandschaft verschmelzen: Via Radio können wir nachvollziehen, wie eine neue "emotionale Landkarte“ der Leopoldstadt gezeichnet wird und sich akustisch entfaltet.



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