7. Jänner 1999, 22.15. - 22.55, Ö1

KUNSTRADIO - RADIOKUNST



1. "A Walk through the City"
2. "Talking Rain"
3. "Beneath the Sounding Surface of Another Place"

von
Hildegard Westerkamp


Im Rahmen von "Klanglandschaften" präsentiert KUNSTRADIO drei Stücke
von Hildegard Westerkamp, die schon seit vielen Jahren Naturklänge
als Ausgangsmaterial für ihre Arbeiten verwendet.



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"A Walk through the city" ist ein Spaziergang durch die Skid Row Area von Vancouver - durch eine Gegend in der offensichtlich der Straßenlärm regiert. Ausgangsbasis für "A Walk through the city" bot das gleichnamige Gedicht von Norbert Ruebsaat, der in Hildegard Westerkamps Komposition auch als Sprecher auftritt. Seine Stimme interagiert, komentiert, dramatisiert - und immer wieder scheint sie im Straßenlärm zu ersticken.   [REAL AUDIO]

"Talking Rain" ("Sprechender Regen"), eine Auftragsarbeit für CBC Radio (1997), ist aus Regengeräuschen, Tierstimmen und anderen Naturtönen von der Westküste von British Columbia komponiert. Der Regen erzählt von dem Ort, über den er sich niederläßt. Es ist die Regenküste, üppig und grün vom häufigen Regen. Der Regen nährt die Vegetation, schenkt Leben. "Talking Rain" ist eine akustische Reise in eine Klanglandschaft des Regens, auf den die Stimmen der Wälder, der Tiere und der menschlichen Bewohner der Regenküste ihr Loblied singen.   [REAL AUDIO]

"Beneath the Sounding Surface of Another Place" ("Unter der Klangoberfläche eines anderen Ortes") führt uns ins urbane Klangleben einer indischen Großstadt, nach Neu Delhi. Auf ihrer Reise nach Indien im Jahre 1992 nahm Hildegard Westerkamp die Stimmen der "Marktschreier" auf einigen Märkten auf. Was sie an den Stimmen der Straßenhändler so faszinierte, war-wie sie sagt-ihre ständige Präsenz im städtischen Klangraum. Ein akustisches Phänomen, das in der westlichen und nördlichen Hemisphäre fast ganz verschwunden ist und durch Reklamegeschrei in elektronischen Medien ersetzt wurde. In den Ausrufen der Händler entdeckte sie immer wiederkehrende Melodien, die sie auch in ihrem Stück anklingen läßt. Neben diesen vokalen Elementen sind andere Klänge zu hören, die den akustischen Alltag Neu Delhis prägen: Metallgeräusche von Glocken, Türen, von Kannen und Töpfen bilden die charakteristische Begleitungmusik für das übrige Geschehen auf den Plätzen, Märkten und Straßen der Stadt.   [REAL AUDIO]

Hildegard Westerkamp zu ihrer Hörkomposition: "Ich wollte die Widersprüchlichkeit dieser Stadt und ihrer intensiven Lebensart musikalisch-akustisch zum Ausdruck bringen: ihre Schönheit, ihren Glanz einerseits und ihr Elend, ihre Zerstörung andererseits ...".



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