23. April 1998

KUNSTRADIO




"JUST AND THONGS"

von
Johannes Sistermanns


Komposition/Stimme: Johannes S. Sistermanns
Text/Stimme: Linda Marie Walker

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Die Entstehungsgeschichte von JUST AND THONGS beruht auf dem Wunsch zweier Künstler - dem deutschen Autoren Johannes Sistermanns und der australischen Schriftstellerin Linda Marie Walker - nicht mehr ausschließlich aus der Ferne miteinander zu arbeiten. "Die Kommunikationsmedien Telefon, Fax und Internet waren uns nicht mehr hilfreich, sie versagten für uns", erläutert Sistermanns den gemeinsamen Wunsch nach ortsbezogener Annäherung.

Die neue Erfahrung gemeinsamer Arbeit, die an keinerlei Mediatoren, sondern nur an die eigene physische Präsenz gebunden war, löste "endlose Gespräche und das stumme gegenseitige Wahrnehmen unserer Kunst durch Zuhören und Lesen" aus, beschreibt das Autorenpaar. Schließlich einigten sie sich auf eine Idee als Ausgangspunkt für ihr Konzept von JUST AND THONGS":

"Wir wollten kein Stück über etwas machen. Sondern suchten eine Direktheit zu verwirklichen. Wir wollte ein Stück machen, das berührt"

JUST AND THONGS besteht aus sieben "THONGS" (ein Wortspiel mit "songs"/bzw. "thongs"; "thongs" werden in Australien "Strandlatschen" aus Gummi genannt). Klangraum für diese "Thongs" und ihre Texte ist das Haus von Linda Marie Walker in Adelaide. Zur Erarbeitung der Texte und Klänge wurden von den beiden Autoren verschiedene Situationen inszeniert: Ein Text wurde von Sistermanns unter der Dusche gelesen, während eingeschaltete TV-und Radiogeräten oder CD-Player die Klangkulisse bildeten; das Mikrophon wurde dabei in eine Rolle aus Pappe gelegt.

Ein anderer Text entwickelte sich aus der Interpretation des Klangliedes eines tropfenden Wasserhahns: Dem Autor gelang es, diesen Raumton nachzusingen, wobei das Mikrophon im Abfluß stand.

Eine Dritte Szene wurde von beiden Autoren gemeinsam gestaltet: Sie gingen im Haus auf die weitest mögliche Distanz zueinander und während L.M. Walker ihren Text rief, versuchte Sistermanns ihn zu wiederholen - soweit er ihn verstanden hatte. Begleitet werden diese Textpräsentationen von Geräuschen von aneinandergeschlagenem Geschirr unterschiedlichster Materialien.

Die Bearbeitung der Text-und Klangaufnahmen all dieser Szenen, die Gestaltung den sogenannten THONGS erfolgte im Studio nach "strengen eigenen ästhetischen Kriterien", wie Sistermanns erklärt.


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