22. Januar 1998

KUNSTRADIO




"WINTER IM KOPF"

Ein Hörspiel von
Friedrich Hahn



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"Winter im Kopf", seine letzte Radioarbeit, bezeichnet der Autor Friedrich Hahn als ein "Männerstück", als Pendant zu "Löss - Textfunde aus der Frauenregion", seinem 1989 produzierten Frauenstück (ORF Kunstradio, 18. Mai 1989).

Zentrales Thema ist das Sprechen, die Macht des Erzählens, die der Autor als "männliches Prinzip der Kommunikation" versteht. winter im kopf stellt sich - so Hahn - aber auch als "akustisches Emblem unserer Ankündigungsgesellschaft" dar: Musik und Text bilden eine Endlosschleife, gebrochen durch den O-Ton aus typischen TV-Vorankündigungen. winter im kopf gestaltet sich szenarisch als Performance, als fließendes, akustisches Theater, das die Welt als Museum zeigt, wie es Friedrich Hahn selbst beschreibt. Angesiedelt ist diese Performance in einem Keller, in dem der männliche Akteur die immer gleichen Bewegungen ausführt, sodaß sie schließlich einem Ritual gleichen: Von rechts holt er leere Doppelliterflaschen, um sie links aufzustapeln - und zwar so lange, bis der Kellerraum am Ende fast bis zur Gänze mit Flaschen vollgeräumt ist. Beim Hin-und Herkriechen spricht der Mann einen lyrikartigen Text, wobei der Sprechrhythmus regelmäßige Bruchstellen aufweist - nämlich immer dann, wenn der Sprechende gerade seinen Kopf einziehen muß, da sich in der Mitte der tief liegenden Kellerdecke eine Stahltraverse befindet, die ihn bei seinen Bewegungen behindert.

Komponiert hat der Autor diese musikalische Performance vorwiegend aus leisen, meditativen Tönen, die Klangräume bilden und zugleich die Dramaturgie des Textes formen, indem sie ihn in Bewegung bringen. Es entsteht eine Art von "Walgesang", dessen akustische Konturen von unterschiedlicher Schärfe sind.



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