3. April 1997

KUNSTRADIO


"shops in an imaginary city"


von Olga Neuwirth

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"shops in an imaginary city" - eine Klangkomposition, die sich aus zweiminütigen "Hörfenstern" unterschiedlicher Art zusammensetzt, basiert auf einem Projekt mit dem Titel "talking houses" ("sprechende Häuser"), das die Komponistin Olga Neuwirth gemeinsam mit Hans Hoffer im Rahmen des "steirischen herbst 96" realisiert hat:
Das O-Tonmaterial des akustischen Szenarios eines Marktplatzes mit seinen Geschäftshäusern (z.B. ein Friseurladen, eine Fleischerei, ein Uhrmachergeschäft, eine Eisenhandlung ..) diente dabei als Instrumentarium; die Geometrie des Platzes wurde zur erlebbaren Partitur, wobei Mittelpunkt und Peripherie, das Innere und das Äußere die Grundmotive bilden.
Der kompositorische Einsatz von künstlichen, auf einem Computer generierten Klängen, auf die das O-Tonmaterial des Marktplatzes reagiert, bewirkt ein wundersames, mysteriös anmutendes Hörerlebnis: Die Geschäftshäuser am Platz beginnen zu sprechen und zu klingen, werden zu "Klanghäusern".
"Das neue, von mir zusammengefügte Klangmaterial der Häuser" - so die Autorin - "läßt Unhörbares, nicht wirklich Stattfindendes in Form von kleinen surrealistischen Ritornellen, hörbar werden."

Olga Neuwirth hat "shops in an imaginary city" am Ircam in Paris und am elektronischen Institut der TU Berlin realisiert.


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