26. Juni 1997

KUNSTRADIO


I.
"HAUSMUSIK"

von Michael Amerstorfer


II
"DANKESCHÖN, DANKE 273"

von Manfred Schneider


I.
"HAUSMUSIK"

von
Michael Amerstorfer



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A CASSETTE OF THIS PROGRAM CAN BE ORDERED FROM THE "ORF TONBANDDIENST"
In "Hausmusik" - einer neuen Radiokomposition von Michael Amerstorfer - vereinigen sich die Klänge unterschiedlicher akustischer "Gefäße":

Das "Gefäß" Haus, aus dessen Klangmaterial Musique Concrete geformt wird, verbindet sich in voller Harmonie mit der abstrakten, allegorischen, spielerischen und kreativen Musik der "Gefäße" Klarinette, Sopransaxophon und Klavier sowie dem "Gefäß-Kollektiv" Schlagzeug.

In den einzelnen Räumen des Hauses werden - so der Autor und Komponist - natürliche Collagen ausgesuchter Außen-und Innenklänge als Solostimmen oder orchestriert hörbar. Die beiden Improvisationskünstler Tony Coe (Klarinette) und Vince Clarke (Schlagzeug) reagieren spontan auf die genannten konkreten Klänge, greifen sie auf, indem sie sie verstärken, tonal verändern oder mit ihnen wetteifern. Ein Klavier "verkommt" unter den Fingern von Frances Knight zu einer reinen "Haushaltsinstallation", gleichbedeutend mit Wasserleitungen, einem Bad, Wasserkessel und Waschmaschine; andere Geräte wie etwa Radio, Tonband oder Fernseher spielen ebenfalls - unabhängig von ihrer funktionellen Bedeutung und Wichtigkeit - eigenwillige akustische Rollen.


II

"DANKESCHÖN, DANKE 273"

Danke!

von Manfred Schneider



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A CASSETTE OF THIS PROGRAM CAN BE ORDERED FROM THE "ORF TONBANDDIENST"
Eine Konzeptarbeit on air und als Fotoausstellung unter dem Titel "ZUG-MENSCH" mit Aufnahmen von schlafenden Menschen im Zug ab 2. Oktober 97 im Kemser Weinstadtmuseum am Körnermarkt.

Das Radiostück "DANKESCHÖN, DANKE 273" ist Teil des konzeptuellen Gesamtprojektes "ZUG - MENSCHEN", das auf der Bahnstrecke Krems-Wien-Krems von Juni 1994 bis Juni 1995 entstand. Die Tonaufzeichnungen der Stimme des Kremser Schaffners Rudolf Schiffauer, der die Strecke der Franz-Josefsbahn schon seit Jahren betreut, bilden das Ausgangsmaterial: Im Frühzug, Abfahrtszeit 6 Uhr 20, erklingt sein "DANKESCHÖN, DANKE" 273 mal - und das nur in den ersten 5 Waggons.

Neben-und Hintergrundakustik wie Abfahrtssignale und andere Zuggeräusche begleiten die vielen "Dankeschöns", die Manfred Schneider "die Wiederkehr des Höflichen" nennt: "Die Geschwindigkeit der Höflichkeit ist der Rhythmus des Auf und Zu der verborgenen Fahrausweise. Vor allem ist es der akustische Kontakt der ZUG-MENSCHEN mit offenen Augen, die nicht sichtbar sind im Gegensatz zu den schlafenden ZUG-MENSCHEN, die sichtbar sind. Wenn der ZUG-MENSCH die Augen geschlossen hat und den Fahrausweis am Fensterbrett sichtbar aufliegen läßt, gibt es ein stummes, nicht hörbares Einverständnis zwischen dem ZUG-MENSCHEN und dem Schaffner. Für jeden ZUG-MENSCHEN ist im Zug nur ein kleiner Teil der DANKESCHÖN, DANKE- 273 Symphonie hörbar.....".

"DANKESCHÖN, DANKE - 273" gibt KUNSTRADIO-hörenden ZUG-MENSCHEN erstmals die Möglichkeit, des Schaffners tägliches "Dankeschön" als Gesamtkunstwerk on air und als Fotoausstellung zu erleben.



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