23. Januar 1997


22:20 - FAMILIE AUER

anschließend:
KUNSTRADIO

"Aus welchem Material ist der Stein von Sisyphos"
von
Klaus Karlbauer


Teil 1: Sisys fuß
Konzept und Regie: Klaus Karlbauer
Tontechnik und Sounddesign: der doellinger
Produktion: Frau Faust Film Karlbauer KEG
Realisiert am Institut für Elektroakustik und Computermusik, Wien


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Das multimediale Bühnenwerk "Aus welchem Material ist der Stein von Sisyphos" gilt als das Hauptwerk von Anestis Logothetis, dem "Erfinder" der graphischen Notationssysteme. Zwei Jahre nach dem Tod des Komponisten gelangt es nun in einem vierteiligen Zyklus zur Uraufführung. Im Kunstradio ist eine Radioversion dieser "Oper" zu hören, in deren Mittelpunkt der Sisyphos-Mythos steht:

Für seine frevelhafte Selbstüberhebung (im Altgriechischen "Hybris") wurde Sisyphos bekanntlich zu einer ewig währenden Strafe verdonnert. Er muß - bis heute? - einen Stein einen steilen Berghang hinaufrollen, der ihm, sobald er oben angelangt ist, immer wieder entgleitet, sodaß er am Fuße des Berges von neuem damit beginnen muß.
Die Ursache für diese fürchterliche Bestrafung wird in der griechischen Mythologie folgendermaßen erläutert:
Zeus wird beim Liebesspiel mit Aigina, der Tochter des Flußgottes Asopos, von Sisyphos beobachtet. Dieser verrät das göttliche Geheimnis an Asopos, um als Lohn dafür von jenem die Quelle Peirene für das Pferd Pegasos, das Musenroß, fordern zu können. Sisyphos erhält die Quelle, muß aber von nun an den Zorn des Göttervaters fürchten. Dem verschlagenen Sisyphos gelingt es immer wieder, dem strafenden Zeus zu entkommen. Daraufhin wird Hermes, in der Klugheit und Geschicklichkeit dem Sisyphos verwandt, auf den Verräter angesetzt.
Der von der Rache der Götter verfolgte Sisyphos steht stellvertretend für den Künstler, erläutert Regisseur Klaus Karlbauer:
"Die graphische Partitur der "Oper" dient gleichsam als Vorlage, als Regieanweisung dafür, auf welche Art (und mit welchen darstellerischen und filmischen Mitteln) die Geschichte des Sisyphos auf der Bühne erzählt wird. Ihre musikalische Umsetzung ergibt ein spielerisches Cross Over von "Heavy Metal - Gitarrensounds", "elektroakustischen Geräuschmontagen" und dem Repertoire der Moderne und ihrer kritisch-ironischen Selbstreflexion.
Die Frage, aus welchem Material der Stein von Sisyphos sei, verlangt keine Antwort, sondern die Inszenierung dieser Frage mit unterschiedlichen Gestaltungsmitteln."


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