9. Mai 1996


22:20 - FAMILIE AUER

anschließend:
KUNSTRADIO

"strömung - im 75. jahr"


RIVERS&BRIDGES

http://www.steweag.com/stroemung75/
ein akustisches Klangspiel
und visuell-ästhetisches Schauspiel
"on air" und "on line"

von
Richard Kriesche



PLAY
- 32'30"

A CASSETTE OF THIS PROGRAM CAN BE ORDERED FROM THE "ORF TONBANDDIENST"
Der steirische Mur-Fluß wird zum Objekt medialer Kunst: Hauptmotiv des Gesamtprojekts "strömung" ist nicht das fließende Wasser als Energiespender, sondern der Fluß als "Datenstrom", der mittels neuer Kommunikationstechniken als "virtuelles Live-Orchester mit seinen eigenen virtuellen Dirigenten" (R. Kriesche) akustisch und visuell neu entdeckt wird. Seine Weltpremiere wird dieses Live-Event am 10. Mai 96 erleben - einen Tag nach Ausstrahlung der radiophonen Version von "strömungen" im KUNSTRADIO.

Der berühmte philosophische Lehrbuchsatz "es ist unmöglich, zweimal in denselben Fluß zu steigen" von Heraklith definiert die Grundidee von "strömungen" bereits im Ansatz: nur permanente Veränderung vermag Wirklichkeiten stabil zu halten. Richard Kriesche:
"Das ist auch die alles entscheidende Grundlage, auf der die Mur mittels Videokamera aufgezeichnet und on line digitalisiert werden konnte. Damit ergaben sich aus den fließenden Veränderungen (des Stromes), die einen bestimmten Schwellwert überschritten hatten, jene Informationen, die dieses visuelle Schauspiel simultan in akustisch-ästhetische Klangspiele verwandelten."
Zusätzlich - und den gleichen Prinzipien folgend - wurde das Rauschen der Mur mittels Mikrophon aufgenommen und digitalisiert. Mit technischen Methoden wurde das Fließen des Flusses sichtbar gemacht und generierte on line aus dem daraus entstehenden akustischen Klangspiel ein visuell-ästhetisches Schauspiel.
Im menschlichen Zugang, in unserer Haltung gegenüber dem Fluß, dem Wasser als Naturphänomen erkennt Richard Kriesche den Gradmesser ökologischen Bewußtseins; den Fluß selbst bezeichnet er als "hochsensiblen Indikator über unsere kulturelle Befindlichkeit": "Er zeigt uns an, wie wir mit unserer Natur, mit den verbliebenen Ressourcen umgehen. Der Fluß ist damit zum Informationsträger über unsere ökologische und damit kulturelle Bewußtseinslage geworden."



1996 Calendar 1