KUNSTRADIO


"MEINE STIMME"


Ein Hörstück
von
Margret Kreidl (Text)
und
Ute Wassermann (Text-Mitgestaltung & Gesang)

Sprecherin: Dorothee Steinbauer
Regie: Lukas Cejpek


Die Stimme als akustisches Organ mit ihren vielfältigen Funktionen und Ausdrucksmöglichkeiten ist das zentrale Sujet dieser lexikalisch strukturierten Radiomontage aus Texten, Geräuschen und Gesangspartien. Von A (wie Akkord, Atem) bis Z (wie Zwerchfell) wird die Stimme anhand ihrer physiologischen, kommunikativen und musikalischen Eigenschaften porträtiert. Die Gesangspartien werden von Ute Wassermann vorgetragen. Bei ihrer ersten Begegnung mit Ute Wassermann war sie bereits von der einprägsamen melodischen Stimme der Sängerin fasziniert, erzählt die Grazer Autorin Margret Kreidl. Sie hörte der Sängerin bei ihren Stimmübungen, ihren Gesängen und ihrem Sprechen zu, achtete auf die verschiedenartigen Ausdrucksformen dieser Stimme. Aus diesem Hörvergnügen an vokalen Klängen entwickelte sich M.Kreidls Idee, die Stimme Ute Wassermanns als Ausgangsmaterial für eine Radioarbeit zu verwenden. In Zusammenarbeit mit der Sängerin entwarf die Autorin ein "Alphabet der Stimme", in dem das Phänomen Stimme auf verschiedenen akustischen Ebenen abgehandelt und zu Gehör gebracht wird. Auf sprachlicher Ebene verweisen Texte von Margret Kreidl und Zitate aus der medizinischen Fachliteratur auf verschiedene, im Stück alphabetisch gereihte Aspekte dieses wichtigsten menschlichen Klang-und Artikulationsorgans. Ergänzt werden diese Erläuterungen durch entsprechende Hörbeispiele, durch die bestimmte vokale/physische Gegebenheiten akustisch illustriert werden sollen.

Eingebaut in diese lexikalisch strukturierte Textmontage sind einige Gesangspartien von Ute Wassermann. Die unterschiedlichen akustischen Ebenen des Radiostücks "Meine Stimme" sind "vierspurig" zu hören. Aus-und Einatmen mit Zählen - eine übung zum richtigen Atmen als eine der Grundvoraussetzungen für den optimalen Einsatz der Stimme ist als akustisches Kontinuum auf einer der vier Spuren während des gesamten Stückes zu hören.

Nur beim Einsetzen von U.Wassermanns Singstimme wird das Atmen und Zählen abgebrochen; am Schluß der Gesangspartien werden die Atemübungen wieder aufgenommen. Durch die verschiedenen akustischen Zugänge zum Stichwort "Stimme" erhält das Stück einen eigenen kompositorischen Reiz, eine besondere, ungewöhnliche rhythmische Struktur.



1994 CALENDAR 2