KUNSTRADIO


"Die Beethoven Konversationen"


von Jon Rose



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A CASSETTE OF THIS PROGRAM CAN BE ORDERED FROM THE "ORF TONBANDDIENST"
"Die Beethoven Konversationen" wurden von Jon Rose 1990 in Graz realisiert, wobei Jon Rose einer von 13 Künstlern war, die bei der steirischen Kulturinitiative an derem Jahresprogramm 1990 "Kunst-Museum" teilnahmen. Jeder Künstler, jede Künstlerin verwirklichte in einem der 102 steirischen Museen ein eigenes Projekt.



Die "Beethoven Konversationen" basierten auf den 1825 in Graz niedergeschriebene Aufzeichnungen von Beethoven und beeinhalteten Notizen und Anmerkungen zu seinem Grazaufenthalt. Die Konversationen umfaßten unter anderem die Nummern "Beethoven im Bad", "Monkhoven", "Die Kreuzbersonate" und "In Surge of the big Tune". Innerhalb einer Woche wurde im Grazer Johanneum eine Performance erstellt, 9 Musikstücke produziert und eine CD gepreßt. Auf dieser CD ist auch "Das Instrumentum Diabolicum" zu hören, das Jon Rose für das ORF-Kunstradio 1989 im Studio Burgenland produzierte. Ein Stück das nicht auf der CD enthalten ist, sondern das Jon Rose extra für das ORF-Kunstradio produziert hat, trägt den Titel "Beethoven auf der Straße".

Ausschnitte aus einem Gespräch von Jon Rose mit Ernst Krohotolski im Grazer Johanneum:

Zu den Konversationsheften, die der Musikologe Doktor Johannes Rosenberg in der Universitätsbibliothek in Leibzig gefunden hat, meinte Jon Rose:"Viele Leute waren überrascht über diese Entdeckung doch eigentlich ändern diese neuen Informationen nichts an dem Beethovenbild außer vielleicht, daß das Bild von Beethoven mehr in Richtung Verrückheit grückt wurde von Rosenberg." Und zu dem Stichwort authentische Interpretation sagte Rose: "Wir haben wirklich hart nach der Wahrheit gesucht und sogar 4 Beethovenflügel in Originalzustand gefunden. Unter jedem Stuhl kann man in Graz eine Beethoven-Ikone finden." Und weiter: "Musik muß immer revolutionär sein und Beethoven war ein Revolutionär. Wir alle kommen von einer Kultur wie auch Beethoven. Für mich ist wichtig, daß diese Kultur kein Friedhof ist. Doch sieht es so aus, als sei in den letzten 20 Jahren ein Friedhof der Perfektion entstanden. Es ist ein Wettbewerb zwischen Perfektion und Realität und die Realität ist, daß wir alle unperfekt sind. Unperfektion ist für mich viel interessanter als Perfektion, denn etwas Perfektes ist tot.. Die Technologie bietet neue Möglichkeiten aber wirft gleichzeitig auch Probleme auf. Ich suche den Zusammenstoß mit dieser Technologie, die Konfrontation und die Kollision."

Und in Bezug auf Doktor Johannes Rosenberg sagte Jon Rose: "Die Geschichte von Doktor Johannes Rosenberg ist etwas kompliziert. Eigentlich handelt es sich um zwei Rosenbergs nämlich Johannes Rosenberg der vor allem an klassischer Musik interessiert ist und Joe Doc Rosenberg der sich vor allem mit Jazz beschäftigt. Mein Interesse liegt eher darin eine neue Umwelt für die Geige zu finden. Aber ich kann nicht alleine alles machen und daher ist es wichtig daß ich Rosenberg habe, der mir neue Ideen gibt."




1990 CALENDAR 1